Das Adult Attachment Interview (Erwachsenen Bindungs Interview; George, Kaplan und Main, 1985)

Das Hauptziel dieses Interviews, das in Anlehnung an das von Main entwickelte Verfahren durchgeführt wird, liegt darin, die Bindungsrepräsentation von jugendlichen und erwachsenen Personen zu erfassen. Theoretisch basiert das Interview damit auf den von Bowlby (1969) und seinen Mitarbeitern entwickelten Grundannahmen der Bindungstheorie. Das Interview geht davon aus, dass die eigene Bindungsrepräsentation eines Elternteils im Sinne eines Arbeitsmodells unbewusst handlungsleitend bezüglich bindungsrelevanter Erinnerungen und Gefühle ist und somit eine aktuelle Bedeutung für den elterlichen Umgang mit den eigenen Kindern ist. Das Interview beansprucht, die Repräsentation von Bindungen, und damit die frühen verinnerlichten Bindungs- und Beziehungserfahrungen im Erwachsenenalter erheben zu können. S können somit Rückschlüsse auf die aktuelle Beziehungsfähigkeit gezogen werden.

Allgemeine Depressionsskala (ADS; Hautzinger & Bailer, 1993)

Depressive Symptome zählen zu den weit verbreitesten psychischen Beschwerden. Angaben zur Prävalenz schwanken in Abhängigkeit vom verwendeten Messinstrument. Die Allgemeine Depressionsskala (ADS) ist ein Selbstbeurteilungsinstrument, das das Vorhandensein und die Dauer der Beeinträchtigung durch depressive Affekte, körperliche Beschwerden, motorische Hemmung und negative Denkmuster erfragt. Durch ihre zeitsparende und kostengünstige Anwendbarkeit stellt die ADS ein sehr praktikables Verfahren dar. Die ADS liegt in einer Lang- und einer Kurzform vor. Die erfragten depressiven Merkmale sind Verunsicherung, Erschöpfung, Hoffnungslosigkeit, Selbstabwertung, Niedergeschlagenheit, Einsamkeit, Traurigkeit, Antriebslosigkeit, Weinen, Rückzug, Angst u.a. Der Bezugszeitraum ist die letzte Woche. Die interne Konsistenz erreicht Werte bis α = .89. Die Testhalbierungs-Reliabilitätswerte liegen um r = .81. Die Korrelationen der ADS mit anderen Verfahren wie etwa der Befindlichkeitsskala (Bf-S), der Hamilton Depressionsskala (HAMD) und dem Beck Depressionsinventar (BDI) erreichen Werte bis r = .90.

Attachment Doll Play Classification System (George, Solomon & De Kong, 1995).

Bei diesem Verfahren werden dem Kind Einrichtungsgegenstände eines Puppenhauses zur Verfügung gestellt. Es werden dem Kind dann bindungsrelevante Szenarien vorgestellt (z.B. ein Haustier soll in die Familie aufgenommen werden, das Kind verletzt sich im Garten u.ä.), die es spielerisch fortführen soll. Anhand der dann im Spiel durch das Kind szenisch verarbeiteten familiären Beziehungs- und Bindungserfahrungen können Rückschlüsse auf die Bindungsqualität der jeweiligen Elternteil-Kind Bindungen gezogen werden. In der gerichtlichen familienpsychologischen Diagnostik kann das Verfahren explorationsunterstützend eingesetzt werden.

Borderline-Persönlichkeits-Inventar (BPI; F. Leichsenring, 1997)

Einsatzbereich: Das BPI kann zur klinischen Diagnostik in Beratungsstellen, ambulanten Praxen sowie in psychotherapeutischen und psychiatrischen Kliniken eingesetzt werden. Es eignet sich außerdem für epidemiologische und klinische Untersuchungen und für die Erforschung psychotherapeutischer Effekte. Das BPI ist der erste deutschsprachige Fragebogen zur Erfassung der Borderline-Persönlichkeitsstörung bei Erwachsenen. Dem BPI liegt das Konzept der Borderline-Persönlichkeitsorganisation von Kernberg zugrunde. Der Fragebogen besteht aus insgesamt 53 Items, aus denen vier Skalen abgeleitet werden können: «Entfremdungserlebnisse und Identitäts-Diffusion» (ID), «Primitive Abwehrmechanismen und Objektbeziehungen» (AB), «Mangelhafte Realitätsprüfung» (R) und «Angst vor Nähe» (N). Außerdem wird ein Cut-Off-Wert zur Unterscheidung der Borderline-Störung von Neurosen einerseits und Schizophrenien andererseits ermittelt. Zuverlässigkeit: Die interne Konsistenz (Cronbachs Alpha) liegt für die Skalen zwischen α = .68 und α = .91. Die Retest-Reliabilität der Skalen und der Gesamtform liegt zwischen rtt = .73 und rtt = .88. Gültigkeit: Zusammenhänge mit verschiedenen diagnostischen Verfahren sprechen für die Konstruktvalidität des BPI. Normen: Es liegen Prozentränge und T-Normen für den Gesamtwert im BPI, für den Cut-Off-Wert sowie für die einzelnen Skalen vor. Die Normen sind für die Gesamtstichprobe (N = 538) und für einzelne diagnostische Gruppen angegeben. Für die Stichprobe der «Normalen» und der Patienten mit neurotischen Störungen liegen auch nach dem Geschlecht differenzierte Normen vor. Bearbeitungsdauer: Die Durchführungszeit beträgt ca. 20 Minuten. In Anwendung seit 1997.

Diagnostisches Interview bei psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter (Kinder-DIPS; S. Unnewehr, S. Schneider, J. Margraf, 2009)

Einsatzbereich: Kinder und Jugendliche vom 6. bis zum 18. Lebensjahr sowie deren Eltern. Das Kinder-DIPS bietet eine standardgemäße Diagnostik psychischer Störungen im Kindes- und Jugendalter, mit neuen Normen und aktualisierten Daten zu den Testgütekriterien. Das Kinder-DIPS ermöglicht die Klassifikation nach DSM-IV und ICD-10. Das Instrument ist so aufgebaut, dass auch Einsteiger sich schnell einarbeiten können, die Durchführung des Interviews ist einfach nachvollziehbar. Handbuch mit detaillierter Darstellung des diagnostischen Vorgehens und der Diagnosekriterien. Zum Kinder-DIPS gehören: Handbuch, Interviewheft Eltern/Kind, Protokollbogen Eltern/Kind (Anzahl der Durchführungen unbegrenzt).

Diagnostik-System für psychische Störungen nach ICD-10 und DSM-IV für Kinder und Jugendliche – II (DISYPS-II; M. Döpfner, A. Görtz-Dorten, G. Lehmkuhl, D. Breuer, H. Goletz, 2008).

Einsatzbereich: Psychotherapie für Kinder und Jugendliche, Beratungsstellen, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Pädiatrie, zur klinischen Diagnostik psychischer Störungen, Dokumentation, Therapieplanung und Verlaufskontrolle. Das Verfahren: DISYPS-II ist der Nachfolger des erfolgreichen DISYPS-KJ. Das Diagnostik-System erfasst psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen entsprechend den Diagnosekriterien von ICD-10 und DSM-IV. Es umfasst die im Kindes- und Jugendalter wichtigsten Störungsbereiche: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen, Störungen des Sozialverhaltens, Angststörungen, Depressive Störungen, Zwangsstörungen, Tiefgreifende Entwicklungsstörungen, Tic-Störungen, Störungen sozialer Funktionen, d.h. Bindungsstörungen und Mutismus. Dabei werden die drei Beurteilungsebenen a) klinische Beurteilung, b) Fremdbeurteilung (Eltern, Lehrer) und c) Selbstbeurteilung miteinander kombiniert. Die klinische Beurteilung erfolgt anhand der Diagnose-Checklisten (DCL), die für alle acht Störungsbereiche vorliegen. Die Einschätzung durch Eltern, Lehrer oder Erzieher kann anhand von Fremdbeurteilungsbogen (FBB) vorgenommen werden, die für fünf Störungsbereiche entwickelt wurden. Kinder und Jugendliche im Alter von 11 bis 18 Jahren können sich selbst anhand von Selbstbeurteilungsbogen (SBB) einschätzen, die für vier Störungsbereiche vorliegen. Die Instrumente des Diagnostik-Systems erleichtern die operationalisierte kategoriale Diagnostik nach ICD-10 und DSM-IV und ermöglichen eine differenzierte dimensionale Beschreibung psychischer Auffälligkeiten im Rahmen einer multimodalen Verhaltens- und Psychodiagnostik. Die vorliegende überarbeitete Auflage des DISYPS enthält zusätzlich die neu entwickelte Diagnose-Checkliste für Zwangsstörungen und den neuen Fremdbeurteilungsbogen für Vorschulkinder mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Darüber hinaus wurden die bereits bestehenden Fragebogen überarbeitet, vereinfacht und durch Kompetenzitems ergänzt sowie psychometrisch überprüft und teilweise neu normiert. Zusätzlich zur Diagnose-Checkliste für Tic-Störungen (DCL-TIC) liegt nun als „DISYPS-PLUS“ der Fremdbeurteilungsbogen und der Selbstbeobachtungsbogen für Tic-Störungen (FBB-TIC, SBB-TIC) vor. Zuverlässigkeit: Die internen Konsistenzen der Fremdbeurteilungsbogen und der Selbstbeurteilungsbogen wurden an Feldstichproben und klinischen Stichproben überprüft und können sowohl für Gesamt- als auch für Subskalen mit Werten von Cronbachs Alpha α >.70 als zufriedenstellend bezeichnet werden. Gültigkeit: Die Verfahren setzen die Diagnose-Kriterien von ICD-10 und DSM-IV um und sind daher inhaltlich valide. Korrelationen zwischen Fremdbeurteilungsbogen, Selbstbeurteilungsbogen und Diagnose-Checklisten für ADHS, Störungen des Sozialverhaltens, Angst und Depression bei Feldstichproben und klinischen Stichproben weisen auf eine gute konvergente und divergente Validität der Verfahren hin. Normen: Es liegen Stanine-Normen für die Fremdbeurteilungsbogen und die Selbstbeurteilungsbogen für ADHS, Störungen des Sozialverhaltens, Angst und Depression vor, die anhand von Feldstichproben gewonnen wurden.

Elternbildfragebogen für Kinder und Jugendliche (EBF-KJ; K. Titze, U. Lehmkuhl, 2010)

Einsatzbereich: Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 20 Jahren. Psychotherapie, Sonderpädagogik, Schulpsychologie, Gutachten. (Der Fragebogen kann auch bei Kindern und Jugendlichen angewendet werden, die nicht bei ihren Eltern leben oder deren Eltern bereits verstorben sind.) Das Verfahren: Der EBF-KJ ist ein ökonomischer und zugleich differenzierter Fragebogen zur Qualität der Eltern-Kind-Beziehung aus der Sicht von Kindern und Jugendlichen. Er wurde unter besonderer Berücksichtigung von Verständlichkeit und Akzeptanz für die Anwendung mit Kindern und Jugendlichen entwickelt. Der EBF-KJ basiert auf der theoretischen Annahme, dass sich aus den Beziehungserfahrungen der Kinder mit Mutter und Vater im Laufe der Kindheit eine für jedes Elternteil spezifische internalisierte Beziehungsrepräsentation entwickelt. Diese Beziehungsrepräsentationen beeinflussen die Bewältigung von psychischen und sozialen Entwicklungsanforderungen und Krisen. Der EBF-KJ erfragt anhand von jeweils 36 Items für Mutter und Vater ein ausgewähltes Spektrum an familienpsychologisch und empirisch begründeten Ressourcen- und Risikofaktoren der Eltern-Kind-Beziehung. Diese umfassen das Ausmaß an (1) Kohäsion und (2) Identifikation mit den Eltern, (3) die erlebte Autonomie, (4) Konflikte mit den Eltern, (5) unangemessene Bestrafung, (6) erlebte Ablehnung oder Gleichgültigkeit der Eltern, (7) emotionale Vereinnahmung und (8) Überprotektion durch die Eltern sowie (9) die Diskrepanz zwischen den Elternrepräsentationen. Als Zusatzskala wird (10) lebenspraktische Hilfe für die Eltern erfragt. Ein zusammenfassender Indexwert ermöglicht die Beurteilung der Gesamtqualität der Eltern-Kind-Beziehung. Zuverlässigkeit: Die internen Konsistenzen (Cronbachs Alpha) der EBF-KJ-Skalen liegen zwischen .60 bis .85 bei Schülern (M = .79) und zwischen .73 bis .90 bei Patienten (M = .82). Die Retest-Reliabilitäten (7 Wochen) liegen zwischen .69 bis .91 bei Patienten (M = .78, Gesamtindex rtt = .84). Gültigkeit: Der EBF-KJ differenziert zwischen klinischen und nicht klinischen Gruppen. Es bestehen differenzielle Korrelationsmuster zwischen verschiedenen klinischen Subgruppen (internalisierende / externalisierende Störungen). Die Zusammenhänge zum FEE und anderen Fragebögen bestätigen die inhaltlichen Annahmen der Skalen des EBF-KJ. Normen: Die Normen (geschlechts- und altersspezifische T-Werte) wurden anhand verschiedener Schülerstichproben aus Deutschland, der Schweiz und Österreich bestimmt (N = 1.377). Bearbeitungsdauer: Die Bearbeitungsdauer liegt bei ca. 15 Minuten.

Eltern-Belastungs-Screening zur Kindeswohlgefährdung (EBSK, G. Deegener, G. Spangler, W. Körner, N. Becker, 2009)

Einsatzbereich: Ein Einsatz des EBSK ist in allen Kontexten möglich, in denen eine zuverlässige Abschätzung des Risikos zukünftiger körperlicher Kindesmisshandlung bzw. Kindesvernachlässigung von Bedeutung ist. Hierunter sind unter anderem Bereiche zu zählen, in denen die folgenden Fachleute arbeiten: Klinische Psychologen/Psychotherapeuten, forensische Psychologen, Sozialarbeiter/-pädagogen in der Jugendhilfe, Fachärzte für Allgemeinmedizin/Internisten, Kinderärzte, Kinder- und Jugendpsychiater, Mitarbeiter spezialisierter Beratungsstellen bei Kindesmisshandlung sowie nicht zuletzt Forschende an Fachhochschulen, Universitäten und anderen Einrichtungen. Das Verfahren: Mit dem EBSK liegt zum ersten Mal für den deutschsprachigen Raum ein empirisch untersuchter Fragebogen zur Erfassung des Belastungsgrades von Eltern als Indikator für das Ausmaß möglicher Kindeswohlgefährdung vor. Inhaltlich gliedert sich das Verfahren in eine primäre klinische Skala zur Erfassung des elterlichen Belastungsgrades sowie in drei Validitätsskalen zur Erfassung spezifischer Tendenzen der Antwortverzerrung (soziale Erwünschtheit, unreflektiertes Antwortverhalten, inkonsistentes Antwortverhalten). Das EBSK erfasst eine Vielzahl von Risikofaktoren für Kindesmisshandlungen und Kindeswohlgefährdungen, die als gesichert angesehen werden können. Die im Manual enthaltene CD beinhaltet eine SPSS-Syntax und ist nur unter dem Statistikprogramm SPSS lauffähig. Ein zusätzliches Auswertungsprogramm ist erhältlich. Zuverlässigkeit: Die interne Konsistenz der Belastungsskala kann mit einem Cronbachs Alpha von .91 als sehr gut bezeichnet werden. Gültigkeit: Die Validität der Belastungsskala bei der Vorhersage von kindeswohlgefährdendem Verhalten wurde mittels diskriminanzanalytischer Methodik überprüft und kann als gut betrachtet werden. Konvergente Validität kann der Belastungsskala in Bezug auf verschiedene Skalen der revidierten Fassung des Freiburger Persönlichkeitsinventars (FPI-R; Fahrenberg, Hampel & Selg, 1994) zugesprochen werden. Die Gültigkeit der Validitätsskalen bei der Erfassung verfälschender Antworttendenzen wurde durch den Vergleich von wahrheitsgemäß antwortenden Probanden und Probanden, die sich in einer besonders erwünschten Art und Weise darstellen sollten, überprüft und kann ebenfalls als gut betrachtet werden. Normen: T-Normen liegen für insgesamt über 1.000 unbelastete sowie für über 290 klinisch auffällige Probanden vor. Bearbeitungsdauer: Bei normaler Lesefertigkeit beträgt die Bearbeitungsdauer ca. 5 bis 10 Minuten. Das Eltern-Kind-Bindungsinterview Es handelt sich um einen Interviewleitfaden, der sich an das Parent-Child-Relationship Interview von Bretherton et al. (1989) anlehnt. Basierend auf den Grundannahmen von Bowlbys Bindungstheorie werden mittels dieses Leitfadens bindungsrelevante elterliche Einstellungen gegenüber ihren Kindern erfasst, mit dem Ziel Hinweise auf die Qualität der Eltern-Kind Bindung und Beziehung zu erfassen.

Das Erziehungsstilinventar (ESI; Krohne und Pulsack, 1995)

Einsatzbereich: Jungen und Mädchen im Alter von 8 bis 16 Jahren. Einzel- und Gruppentest. Einsatz in Erziehungsberatung, schulpsychologischer Untersuchung sowie in Klinik und Praxis von Kinderpsychiatern, Kinderärzten, Klinischen Psychologen und Beratungslehrern. Das Verfahren: Mit dem ESI können Hinweise auf problematisches Erziehungsverhalten der Mutter, des Vaters oder beider Eltern gewonnen werden. Es dient der Suche nach den Ursachen von (insbesondere angstbedingten) Verhaltensproblemen von Kindern, der Unterstützung bei der Exploration sowie der Interpretation weiterer Testdaten und der Erfolgskontrolle von modifikatorischen Interventionen (z.B. Elterntraining und -beratung). Das ESI besteht aus einer Mutter- (M) und einer Vaterversion (V). Der erste Teil des Inventars umfasst 60 Items, die sich zu je 12 Items auf die Erziehungsstil-Skalen, Unterstützung, Einschränkung, Lob, Tadel und Inkonsistenz verteilen. Der zweite Teil erfasst die elterliche Strafintensität.Zuverlässigkeit:Die interne Konsistenz der Strafintensitätsskala liegt zwischen r = .65 und r = .71, die der übrigen fünf Skalen zwischen r = .77 und r = .92. Die Retest-Koeffizienten (Intervall: 3 Wochen) liegen zwischen r = .51 und r = .72.Gültigkeit:Dargestellt werden die Ergebnisse zur internen diskriminanten und konvergenten Validität, ferner die Beziehungen zu externen Validitätskriterien, u.a. allgemeine und Prüfungsangst, Intelligenz, Schulleistung, soziale Kompetenz, Kontrollüberzeugung, Aggressivität und Extraversion. Normen:Für die Jahrgänge von 8 bis 16 Jahren liegen alters- und geschlechtsspezifische Normen (T-Werte und Prozentränge) vor.

Elternfragebogen über das Verhalten von Kindern und Jugendlichen (Deutsche Fassung der Child Behavior Checklist, CBCL7 4-18; Döpfner et al., 1994)

Die Child Behavior Checklist in der Fassung für Kinder und Jugendliche im Alter von 4–18 Jahren erfasst die Einschätzungen von Eltern hinsichtlich der Kompetenzen und Probleme ihrer Kinder. Die Auswertung dieses Fragebogens umfasst die folgenden Skalen und Werte: 3 Kompetenzskalen (Aktivität, soziale Kompetenz und Schule), 8 beurteilungsübergreifende Syndrome (Sozialer Rückzug, Körperliche Beschwerden, Angst/Depressivität, Soziale Probleme, Schizoid/Zwanghaft, Aufmerksamkeitsstörung, Delinquentes Verhalten, Aggressives Verhalten), bei denen ein Vergleich über Eltern-, Lehrer- und Selbstbeurteilungsform dieses Fragebogensystems hinweg möglich ist. Aus den Syndromskalen werden Skalen zu internalisierenden und externalisierenden Störungen sowie ein Gesamtwert für Problemverhalten gebildet. In der Normierung dieses Fragebogens wurden 2.368 Kinder einer nicht-klinischen Stichprobe berücksichtigt. Die Bearbeitungsdauer beträgt 15 Minuten.

Der Familien-Identifikationstest (FIT; Remschmidt und Mattejat, 1999)

Einsatzbereich: Kinder ab 7 Jahren, Jugendliche und Erwachsene. Familientherapie, familienbezogene Begutachtungsfragen (z.B. Sorge- und Umgangsrecht), allgemeine Klinische Diagnostik und Forschung. Das Verfahren:Der FIT dient der Erfassung der familiären Identifikationsmuster von Kindern und Erwachsenen. Die Familienmitglieder werden getrennt voneinander aufgefordert, zunächst sich selbst und dann die anderen Mitglieder der Familie über 12 vorgegebene Adjektive zu beschreiben. Die Einschätzungen erfolgen über eine fünfstufige Antwortskala. Die Selbstbeschreibungen werden in die Beschreibung des Real-Ichs (wie ich bin) und des Ideal-Ichs (wie ich sein möchte) differenziert. Mit Hilfe des mitgelieferten PC-Auswerteprogramms werden die Ähnlichkeiten der Beschreibungen ausgewertet. Als Ähnlichkeitsmaße werden Korrelationskoeffizienten verwendet, die im Ergebnisausdruck als Profil grafisch dargestellt werden. Die Höhe der Korrelation stellt einen Indikator für das Ausmaß der Selbstkongruenz bzw. der Identifikation dar.Zuverlässigkeit:Die Paralleltestreliabilität der Skalen liegt zwischen r = .68 und r = .83. Die Retestreliabilität liegt nach zwei Wochen bei r = .78 und nach sechs Wochen bei rtt = .75.Gültigkeit:Das Verfahren differenziert zwischen klinischen und nicht-klinischen Gruppen. Bei verschiedenen diagnostischen Gruppen (z.B. Essstörungen, extraversive und introversive Störungen) zeigen sich unterschiedliche Ergebnismuster. Zusammenhänge mit anderen (familien)diagnostischen Instrumenten (SFB, DIKJ) weisen in die erwartete Richtung. Deutliche Zusammenhänge zeigen sich auch zwischen FIT-Scores und psychosozialen Belastungen. Normen:Vorläufige Prozentrangnormen für kinder- und jugendpsychiatrische Patienten, Schüler aus der Normalbevölkerung und für Mütter und Väter von psychiatrischen Patienten.

Der Family-Relations-Test (FRT; Bene & Anthony, 1985)

Der FRT ermittelt die emotionalen Vorlieben für bzw. Abneigungen gegen Bezugspersonen des Kindes. Für jedes Familienmitglied/Bezugsperson darf sich das Kind zunächst eine Bildtafel aussuchen. Den Bildtafeln (Bezugspersonen) soll es dann vorgegebene Aussagen zuordnen. Das Verfahren kann quantitativ ausgewertet werden. Es existieren Normwerte für die verschiedenen Altersgruppen der Kinder. Das Verfahren kann allerdings auch qualitativ als Explorationshilfe eingesetzt werden, um Hinweise auf die Qualität von Beziehungen zu den Bezugspersonen im Umfeld des Kindes zu gewinnen. Es existieren hierbei Versionen für 3 bis 7 jährige und für 8 bis 15 jährige Kinder sowie eine Version für Erwachsene.

Die Familie in Tieren (Brem-Gräser, 1975)

Bei diesem als Explorationshilfe einsetzbaren Verfahren wird das Kind instruiert, sich seine Familie als Tiere vorzustellen und diese dann zu malen. Aus der Auswahl der Tiere und ihren Eigenschaften lassen sich Hinweise auf die intrapsychische Bedeutung familiärer Bezugspersonen gewinnen.

Griffith Entwicklungsskalen zur Beurteilung der Entwicklung in den ersten beiden Lebensjahren (GES; 2001, deutsch von Brandt & Sticker)

Bei den GES handelt es sich um ein aus insgesamt 208 Aufgaben bestehendes Testsystem zur Entwicklungsdiagnostik der ersten beiden Lebensjahre. Die Aufgaben sind 5 Unterskalen zugeordnet: Motorik, persönlich-soziale Entwicklung, Hören und Sprechen, Auge und Hand, Leistungen. Als Testergebnis kann ein Entwicklungsquotient berechnet werden, anhand dessen mit den für diesen Test vorliegenden Vergleichsnormen der relative Entwicklungsstand eines Kindes differenziert bestimmt werden kann.

Grundintelligenztest Skala 2 – Revision (CFT 20-R) mit Wortschatztest und Zahlenfolgentest – Revision (CFT 20-R mit WS/ZF-R; R. H. Weiß, 2008)

Einsatzbereich: Kinder und Jugendliche von 8;5 bis 19 Jahren; Erwachsene von 20 bis 60 Jahren (Teil 1). Das Verfahren: Oberstes Ziel zur Weiterentwicklung des CFT 20 zum CFT 20-R war eine verbesserte Differenzierung im oberen Leistungsbereich unter Beibehaltung des bewährten Aufbaus des Grundintelligenztests CFT 20. Auch der CFT 20-R erfasst wie bisher das allgemeine intellektuelle Niveau (Grundintelligenz) im Sinne der »General Fluid Ability« nach Cattell. Diese kann umschrieben werden als Fähigkeit, figurale Beziehungen und formal-logische Denkprobleme mit unterschiedlichem Komplexitätsgrad zu erkennen und innerhalb einer bestimmten Zeit zu verarbeiten. Da dies durch sprachfreie und anschauliche Testaufgaben geschieht, werden Personen mit schlechten Kenntnissen der deutschen Sprache und mangelhaften Kulturtechniken nicht benachteiligt. Der CFT 20-R besteht aus zwei gleichartig aufgebauten Testteilen mit je vier Untertests (Reihenfortsetzen, Klassifikationen, Matrizen und topologische Schlussfolgerungen). Die Itemzahl in Teil 1 der Revisionsfassung wurde von 46 Items auf 56 Items erhöht, Teil 2 um ein Item auf 45 verringert, wobei der Schwierigkeitsgrad der Items erhöht wurde. Zwei unterschiedliche zeitliche Vorgaben in Teil 1 ermöglichen es dem Diagnostiker, den verschiedenen Arbeitsgeschwindigkeiten der Klienten besser zu entsprechen. Mit den beiden Ergänzungstests Wortschatz-(WS) und Zahlenfolgenaufgaben (ZF) können verbale und numerische Elemente des Faktors Verarbeitungskapazität erfasst werden. Der Wortschatztest misst den über den Grundwortschatz der deutschen Sprache hinausgehenden Wortschatz aus der Umgangssprache und liefert damit Anhaltspunkte zum Status der Allgemeinbildung. Mit dem Zahlenfolgentest kann das Erkennen von Regeln und Gesetzmäßigkeiten bei einfachen bis zu komplexen numerischen Aufgabenstellungen diagnostiziert werden. WS und ZF ermöglichen eine Profilanalyse des zentralen Intelligenzfaktors »Verarbeitungskapazität« nach Jäger in einer Testprozedur. Die beiden Ergänzungstests stellen jedoch eigenständige Teiltests dar, die auch unabhängig vom CFT 20-R angewendet und bezogen werden können. Zuverlässigkeit: Sowohl die Testwiederholungskoeffizienten nach drei Monaten für den CFT 20-R von .80 bis .82 (unkorrigiert) als auch der Konsistenzkoeffizient von .95 für den CFT 20-R Gesamttest (Teil 1 + Teil 2) sind statistisch ausreichend gesichert, um individuelle Differenzen hinreichend verlässlich beurteilen zu können. Die Zuverlässigkeit des Zahlenfolgentests wurde sowohl nach der klassischen Methode als auch nach der »Raschanalyse« ermittelt. Für den Wortschatztest bewegen sich die Reliabilitäten um r = .87, für den Zahlenfolgentest um r = .91. Gültigkeit: Die faktorielle Validität des CFT 20-R zeigt sich in hohen Ladungen aller 4 Subtests auf dem Faktor „General Fluid Ability“. Die Korrelationen mit anderen Intelligenztests (z.B. PSB, HAWIK, CPM, WIP) liegen im Durchschnitt für den CFT 20 bei r = .64 und reichen von r = .57 bis r = .73. Der CFT 20-R korreliert mit dem PSB-R 4-6 zu .60 bis .63, mit der Schulnote in Mathematik mit r = .50 (N = 855), 4. Klasse r = .57 (N = 320). Bei langfristigen prognostischen Validitätsstudien über einen schulischen Beobachtungszeitraum von 6-10 Jahren werden für den CFT sehr gute Prognosewerte für die Realschule und befriedigende für das Gymnasium erzielt. Die aus der Fachliteratur entnommenen Analysen zur prognostischen Validität bei Schülern berechtigen zu der Feststellung, dass Zahlenfolgen und Wortschatz für die Vorhersage von Schulerfolg in unserem traditionellen Schulsystem (Gymnasium und Realschule) geeignet sind. Auch bezüglich der Kriteriumsvalidität konnten gute Werte für WS/ZF-R nachgewiesen werden. Diese beziehen sich zum einen auf konstruktnahe und konstruktferne testpsychologische Kriterien, zum anderen auf schulische Leistungsbewertungen (Noten). Die beiden Tests sind somit auch zur Förderdiagnostik in allen Schulsystemen geeignet. Normen: Für den Grundintelligenztest CFT 20-R wurden in den Jahren 2003/4 an 4.300 Schülern repräsentative Altersnormen von 8;5 bis 19 Jahren in Halbjahres- bzw. Jahresschritten für 5 Testparameter erstellt sowie Klassenstufen-Normwerte für das 3. bis 10./13. Schuljahr für ebenfalls 5 Testparameter. Dazu liegen extrapolierte Normen vor für 20 bis 60 Jahre in 5-Jahresschritten für Teil 1 mit und ohne Testzeitverlängerung. WS/ZF-R wurden an über 2.700 Schülern von 8;5 bis 19 Jahren aller Schularten nach Alter und Klassenstufen normiert. Skalen der Normtabellen: T-Werte. Dazu Transformationstabelle für IQ-, SW-Skala und PR. Bearbeitungsdauer: Inklusive der allgemeinen Testeinführung rund 60 Minuten. Bei Durchführung der Kurzform (1. Testteil) rund 35-40 Minuten, je nach gewählter Testzeit. Bei Einzeltestung werden rund 10 Minuten weniger benötigt. Für den Wortschatztest werden in der Regel nur 8-10 Minuten Zeit benötigt (maximal 12 Minuten), für den Zahlenfolgentest gibt es je nach Durchführungsart eine Testzeit von 12 Minuten und von 16-20 Minuten (separate Normtabellen). Die Testdauer liegt bei Gruppenuntersuchungen für beide Tests bei 35 bis 40 Minuten.

Der Hamburg-Wechsler Intelligenztest für Erwachsene (HAWIE-R, 1991; deutsch von Tewes)

Der HAWI ist ein psychologisches Testverfahren zur Erfassung der Intelligenz, welches die Testgütekriterien der Objektivität, Validität und Reliabilität erfüllt. Der test besteht aus je 5 sprachgebundenen und 5 handlungsorientierten Untertests. Es kann sowohl der Gesamt-IQ bestimmt werden als auch eine Differenzierung zwischen verbaler und Handlungsintelligenz vorgenommen werden.

Die Kauffmann Assessment Battery for Children (K-ABC; 1994, deutsch von Melchers & Preuß)

Die K-ABC ist eine Entwicklungstestbatterie für Kinder im Altersrange von 2;6 Jahren/Monaten bis 12;5 Jahren/Monaten. Es handelt sich um ein Verfahren, dass den Testgütekriterien der Objektivität, Reliabilität und Validität genügt. Die Testbatterie besteht je nach Altersgruppe aus bis zu 8 Untertests zur Erfassung intellektueller Fähigkeiten (bei insgesamt 10 Untertests) sowie 4 Tests zu Fertigkeiten (bei insgesamt 5 Untertests). In der Ergebnisauswertung lassen sich 5 Gesamtskalen bilden, wobei neben der Skala Fertigkeiten die Skala intellektueller Fähigkeiten gebildet wird, mit zusätzlich drei Unterskalen (einzelheitliches vs. ganzheitliches Denken sowie sprachfreie Skala). Den Standardwerten in den einzelnen Skalen können Prozentrangnormen für die Altersgruppe des untersuchten Kindes zugeordnet werden. Bei den Skalen zur Messung der intellektuellen Fähigkeiten, die sich aus Unterskalen zur Messung des ganz- und des einzelheitlichen Denkens zusammen setzt, handelt es sich um Verfahren zur Messung allgemeiner geistiger Fähigkeiten und Intelligenz, z.B. logisches Schlussfolgern, Gedächtnis, Geschwindigkeit der Denkoperationen und weiteres. Mit der Skala „Fertigkeiten“ wird der stärker kultur- und sozialisationsbeeinflusste Entwicklungsstand des Kindes quantifiziert, z.B. Wissen und Kenntnisse.

Das Kind-Bindungsinterview (Scheuerer-Englisch, 1989)

Hierbei handelt es sich um einen Leitfaden für das diagnostische Interview zu den Bindungen und Beziehungen des Kindes zu seinen Eltern oder andere betreuenden engen Bezugspersonen.

Das Minnesota Multiphasic Personality Inventory – 2 (MMPI-2; Hathaway & McKinley; deutsch von Engel, 1. Auflage 2000)

Das MMPI ist ein psychologisches Fragebogentestverfahren, welches die Testgütekriterien der Objektivität, Validität und Reliabilität erfüllt. Der Test besteht in seiner vollständigen Form aus 567 Items (Fragen) die Aussagen wiedergeben, von denen der Proband ankreuzen soll, ob diese Aussage für ihn zutreffend ist oder nicht. Der Test erfasst sowohl grundlegende Dimensionen der Persönlichkeit als auch Hinweise auf möglicherweise vorliegende Psychopathologie. Der Test eignet sich somit auch als Screeningverfahren in der klinischen Psychologie und Psychiatrie. Einsatzbereich:Ab 18 Jahren, Einzel- und Gruppenverfahren. Verwendung in klinischer und forensischer Psychologie und Psychiatrie wie auch bei persönlichkeitsdiagnostischen Fragen allgemeiner Art. Das Verfahren:Das MMPI-2 ist eine überarbeitete und komplett neu normierte Version des Minnesota Multiphasic Personality Inventory (MMPI). Mit Hilfe des MMPI-2 kann man in ökonomischer Weise ein relativ vollständiges Bild von Persönlichkeit und Beschwerden eines Rat suchenden Klienten oder Patienten erhalten. Von den 567 Items des deutschen MMPI-2 wurden 310 Items unverändert und 149 sprachlich umformuliert aus dem MMPI-Saarbrücken übernommen; 108 Items wurden neu konstruiert. Die neu konstruierten Items beziehen sich auf klinisch relevante Bereiche wie Medikamentenmissbrauch, Suizidtendenz, Verhaltensmuster vom Typ A, familiäre Anpassung, Arbeitsverhalten und Zugänglichkeit für Psychotherapien, die im MMPI bisher nicht so umfangreich enthalten waren. Die drei Gültigkeitsskalen und die zehn klinischen Basisskalen, die sich beim MMPI aus den ersten 370 Items bilden lassen, bleiben in ihrer Zusammensetzung weitestgehend gleich, so dass die beim MMPI in reichem Maße vorliegenden Daten zur Interpretation ohne inhaltliche Änderungen übernommen werden können. Zusätzlich werden aus dem Itemmaterial der Gesamtform 15 rational/faktorenanalytisch konstruierte homogene Inhaltsskalen und weitere Inhaltskomponentenskalen gebildet, die einen umfassenden Überblick über alle Bereiche gestörten psychischen Wohlbefindens geben. Das deutsche Handbuch zum MMPI-2 berichtet wesentlich ausführlicher als frühere Auflagen über die klinische Interpretation des Tests. Für den MMPI-2 gibt es ein faxgestütztes Auswertungs- und Interpretationssystem: Nach dem Faxen des ausgefüllten Antwortblatts wird dem Anwender innerhalb von wenigen Minuten eine vollständige Auswertung und Interpretation zurückgefaxt. Zuverlässigkeit:Die interne Konsistenz der (empirisch konstruierten) klassischen Basisskalen liegt zwischen α = .60 (L) und α = .88 (Sc, Frauen wie Männer, Normierungsstichprobe), die der (rational/faktorenanalytisch konstruierten) Inhaltsskalen liegt – trotz geringerer Itemzahl – etwas höher (zwischen α = .71 und α = .87). Retestreliabilitäten wurden für eine Stichprobe von 49 Männern und 58 Frauen berechnet. Sie liegen bei den Basisskalen zwischen rtt = .62 und rtt = .92, bei den Inhaltsskalen zwischen rtt = .63 und rtt = .91. Gültigkeit:Je nach Skalentyp gibt es umfangreiche empirische und/oder faktorenanalytische Untersuchungen zur Gültigkeit der Skalen. Die internationale Originalliteratur wurde in vielen Übersichtsarbeiten und Handbüchern für die klinische und forensische Interpretation zusammengefasst. Der Einfluss von Verfälschungstendenzen auf das Testergebnis ist sehr gut untersucht. Normen:Die deutsche Testform wurde an einer repräsentativen Stichprobe von 958 18- bis 70-jährigen Personen der Bundesrepublik Deutschland komplett neu normiert. Die Normen sind geschlechtsdifferenziert. Unterschiede zu den alten Normen des MMPI-Saarbrücken sind tabellarisch aufbereitet.

Münchener Funktionelle Entwicklungsdiagnostik (Hellbrügge, 4. Auflage, 1994)

Standardisierter Entwicklungstest für das 1.–3. Lebensjahr. Das Verfahren ermöglicht eine differenzierte Erfassung des kindlichen Entwicklungsstandes in verschiedenen Funktionsbereichen (1. Lebensjahr: Krabbeln, Sitzen, Laufen, Greifen, Perzeption, Sprechen, Sprachverständnis, Sozialverhalten; 2. und 3. Lebensjahr: Statomotorik, Handmotorik, Wahrnehmungsverarbeitung, Sprechen, Sprachverständnis, Selbstständigkeit, Sozialverhalten). Für die verschiedenen Verhaltensbereiche kann das jeweilige Entwicklungsalter bestimmt werden. Auf die Bestimmung eines globalen Entwicklungsalters oder eines Entwicklungsquotienten wird verzichtet. Die Analyse des Testprofils gibt ebenso Hinweise auf die Ursachen der Retardierung als auch die Nutzung der Beobachtungsmöglichkeiten mit standardisiertem Material. Hieraus werden Ansatzpunkte zum Beratungsgespräch mit den Eltern und zur Planung der therapeutischen Vorgehensweise deutlich.

Der Persönlichkeitsfragebogen für Kinder (PFK 9-14; Seitz und Rausche, 1992)

Der PFK ist ein umfassendes psychometrisches Testverfahren zur Messung von Persönlichkeitseigenschaften von Kindern im Alter von 9 bis 14 Jahren. Er entspricht den Testgütekriterien der Objektivtät, Zuverlässigkeit und Gültigkeit. Der Test besteht aus drei Subtests zu den Dimensionen Verhaltensstile (emotionale Erregbarkeit, fehlende Willenskontrolle, Aktivität und Scheu), Motive (Ichdurchsetzung, Alleinsein, Ehrgeiz, soziales Engagement, Gehorsam, Maskulinität), und Selbstbild Aspekte (Angst, Selbstüberzeugung, Impulsivität, Selbstgefälligkeit und Unterlegenheit).

Das Persönlichkeits-Stil- und Störungs-Inventar (PSSI; Kuhl & Kazén, 1997)

Dieser den Testgütekriterien entsprechende Fragebogen untersucht die relative Ausprägung von Persönlichkeitsstilen auf den auch im klinischen Sinne für Persönlichkeitsstörungen bedeutsamen Dimensionen. Es handelt sich um ein aus 140 Items bestehendes Selbstbeurteilungsverfahren. Die 140 Fragen sind insgesamt 14 Skalen zugeordnet. Es liegen nach Geschlecht getrennte Normierungswerte (%-Rang und T-Wert) vor, allerdings erlaubt der Test keine gesicherte Diagnose einer Persönlichkeitsstörung. Der Satzergänzungstest Bei diesem Verfahren sollen Kinder sollen Kinder schriftlich vorgegebene Satzanfänge zu Sätzen vervollständigen. Damit soll dieses Verfahren Kinder anregen, ihre Einstellungen zu bestimmten, für sie relevanten Themen, in unverfänglicher Weise anzugeben (vgl. Rauchfleisch, 1993). Das Verfahren eignet sich als Explorationshilfe, um kindliche Einstellungen zu Eltern, Lehrern, Freunden und auch zu Ängsten zu erfragen. Es handelt sich bei diesem Verfahren nicht um einen psychologischen Test im Sinne eines normierten quantitativen Verfahrens.

Der Sceno-Test (v. Staabs, 1997)

Der Scenotest wurde speziell zur Erfassung unbewusster Probleme bei Kindern und Jugendlichen entwickelt; er ist jedoch auch bei Erwachsenen und in Familiensitzungen anwendbar. Er gibt Hinweise auf bewusst verschwiegene oder der Reflexion nicht zugängliche Zusammenhänge und lässt allgemein Schlüsse auf die Einstellung gegenüber Menschen und Dingen zu. Biegbare Puppenfiguren und ein nach tiefenpsychologischen und dynamischen Gesichtspunkten ausgewähltes Zubehör – Tiere, Bäume, Symbolfiguren und Dinge, die im täglichen Leben bedeutungsvoll sind – dienen als standardisiertes Material. Sein hoher Aufforderungscharakter evoziert beim Klienten leicht eine Szenengestaltung, in der das Alltags- und Beziehungserleben, Ängste, Wünsche und Bewältigungsstrategien erkennbar werden können. In diagnostischer Hinsicht gibt der Scenotest daher schon bei Erstuntersuchungen Einblicke, die durch bewusste Befragung nicht zu gewinnen wären. Er kann speziell neurotische Störungen aufdecken und differenzialdiagnostische Überlegungen unterstützen. In der Therapie verhilft die Scenotest-Methode dem Patienten dazu, sich von seinen inneren Schwierigkeiten zu distanzieren und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Im «gezielten Scenotest» werden dem Aufbau der einzelnen Szenen affektbetonte Themen zugrundegelegt.

SKID-I und SKID-II: Strukturiertes Klinisches Interview für DSM-IV Achse I: Psychische Störungen / Achse II: Persönlichkeitsstörungen von H.-U. Wittchen, M. Zaudig, T. Fydrich, 1. Auflage 1997

Einsatzbereich: SKID-I und SKID-II können bei ambulanten und stationär behandelten Patienten mit psychischen Störungen im psychiatrischen und psychotherapeutischen Bereich eingesetzt werden. Das Verfahren: Das SKID-I dient der Erfassung und Diagnostik ausgewählter psychischer Syndrome und Störungen, wie sie im DSM-IV auf Achse I definiert werden. Außerdem werden Kodierungsmöglichkeiten für die Beurteilung von Achse III (körperliche Störungen) und Achse V (Psychosoziales Funktionsniveau) angeboten. Alle Diagnosen werden im Längs- und Querschnitt sowie mit Zusatzinformationen über Beginn und Verlauf erhoben. Folgende DSM-IV-Diagnosen können im SKID-I auf Achse I beurteilt werden: Affektive Störungen, Psychotische Störungen, Störungen durch Psychotrope Substanzen, Angststörungen, Somatoforme Störungen, Essstörungen und Anpassungsstörungen. Das SKID-II ist ein Verfahren zur Diagnostik der zehn auf Achse-II sowie der zwei im Anhang des DSM-IV aufgeführten Persönlichkeitsstörungen. Das SKID-II ist ein zweistufiges Verfahren, bestehend aus einem Fragebogen, dessen Items die Kriterien des DSM-IV repräsentieren und der als Screening für die Merkmale der zwölf erfassten Persönlichkeitsstörungen dient. Im nachfolgenden Interview brauchen dann nur noch diejenigen Fragen gestellt zu werden, für die im Fragebogen eine «ja»-Antwort angekreuzt wurde. Durch dieses zweistufige Verfahren wird eine vergleichsweise geringe Durchführungszeit für das Interview erreicht. Gültigkeit: Das SKID-I und SKID-II ermöglichen dem Interviewer eine schnelle und valide Diagnosestellung nach DSM-IV. Durch die Angabe von Sprungregeln hält sich der Interviewer nicht bei Fragen nach Symptomen auf, die diagnostisch irrelevant sind.

State-Trait-Angstinventar (Laux, Glanzmann, Schaffmann & Spielberger, 1983)

Dieses in den USA erfolgreich in Forschung und klinischer Praxis eingesetzte Verfahren basiert auf der Unterscheidung von Angst als Zustand und Angst als Eigenschaft. Das Trait-Modell der Angst, auf dem fast alle bisher entwickelten allgemeinen oder bereichsspezifischen Angstfragebogen beruhen, wurde bei der Konzeption des STAI um den Aspekt der Angst als vorübergehendem emotionalen Zustand, der in seiner Intensität über Zeit und Situation variiert (State-Angst), erweitert. Angst als relativ überdauerndes Persönlichkeitsmerkmal (Trait-Angst, Ängstlichkeit) bezieht sich demgegenüber auf individuelle Unterschiede in der Neigung zu Angstreaktionen. Die zwei Skalen des STAI mit jeweils 20 Items dienen der Erfassung von Angst als Zustand (State-Angst) und Angst als Eigenschaft (Trait-Angst).Interne Konsistenz für beide Skalen α = .90; Retestreliabilitäten bei der Trait-Angstskala (nach 63 Tagen) r = .77 bis r = .90; erwartungsgemäß niedriger fielen die Retestreliabilitäten für die State-Angstskala aus (r = .22 bis r = .53). Die Korrelationen der Trait-Angstskala mit der Skala zur Messung Manifester Angst (MAS) von Lück und Timaeus liegen zwischen r = .73 und r = .90. Die kriterienbezogene Validität wurde durch Korrelation mit anderen Testskalen (u.a. FPI, EPI, EWL, BIV, Paranoid-Depressivitäts-Skala, Beschwerdenliste und verschiedene subjektive Stress-Skalen) ermittelt.T-, Stanine- und Prozentrang-Werte für die Trait-Angst (Altersstufen 15 bis 70; 1.107 Männer und 1.278 Frauen). Referenzwerte für studentische und für verschiedene klinische Gruppen.

SCL-90-R – Die Symptomcheckliste von Derogatis (Deutsche Version von Franke, 2002)

Jugendliche ab zwölf Jahren und Erwachsene. Das Instrument kann im psychologischen, medizinpsychologischen, psychosozialen, psychotherapeutischen, psychiatrischen und medizinischen Kontext eingesetzt werden. Die SCL-90-R misst die subjektiv empfundene Beeinträchtigung durch körperliche und psychische Symptome einer Person innerhalb eines Zeitraumes von sieben Tagen. Damit ergänzt sie Verfahren zur Messung der zeitlich extrem variablen Befindlichkeit und der zeitlich überdauernden Persönlichkeitsstruktur. Sie bietet eine mehrdimensionale Auswertung mit der Möglichkeit der Messwiederholung. Die 90 Items der neun Skalen beschreiben die Bereiche Somatisierung, Zwanghaftigkeit, Unsicherheit im Sozialkontakt, Depressivität, Ängstlichkeit, Aggressivität/Feindseligkeit, Phobische Angst, Paranoides Denken und Psychotizismus. Drei globale Kennwerte geben Auskunft über das Antwortverhalten bei allen Items. Der GSI misst die grundsätzliche psychische Belastung, der PSDI misst die Intensität der Antworten und der PST gibt Auskunft über die Anzahl der Symptome, bei denen eine Belastung vorliegt. Die 2. Auflage liegt in aktualisierter Form mit repräsentativen Normen und zahlreichen Untersuchungen zu den Gütekriterien (u.a. von über 5.000 Psychotherapieklienten) vor. Studien zu verschiedenen Anwendungsbereichen und Störungsbildern werden nach Kategorien geordnet dargestellt. Die internen Konsistenzen der einzelnen Skalen liegen in der repräsentativen Eichstichprobe zwischen α = .75 und α = .97 und in einer klinischen Stichprobe von stationären Psychotherapieklienten (N = 5.057) zwischen α = .74 und α = .97. Die Reliabilität des Testprofils kann für die Normstichprobe als befriedigend, für klinische Gruppen als gut bis sehr gut bezeichnet werden. Die Retest-Reliabilität bei einem Zeitraum von einer Woche liegt für Studierende zwischen r = .69 und r = .92.Den Items kann Augenscheinvalidität zugesprochen werden. Die Durchführungs-, Auswertungs- und Interpretationsobjektivität ist nach den vorliegenden Befunden gewährleistet. Konfirmatorische Prüfungen stützen die neun Skalen vor allem in klinischen Gruppen. Anhand zweier Stichproben von deutschsprachigen Jugendlichen (N = 857, 12 bis 17 Jahre) und deutschsprachigen Erwachsenen (N = 2.141, 18 bis >=70 Jahre, repräsentative Stichprobe) wurden nach Geschlecht und Alter getrennte Normwerte für Jugendliche und Erwachsene sowie anhand von 800 deutschsprachigen Studierenden geschlechtsspezifische Normwerte berechnet.

Strukturiertes Interview zur Erfassung der Kind-Eltern-Interaktion (SKEI, R. Skatsche, M. Buchegger, G. Schulter, I. Papousek)

Einsatzbereich: Kinder von 4 bis 7 Jahren; Diagnostik der emotionalen Beziehungen zu den primären Bezugspersonen. Das Verfahren: Das SKEI ist ein Verfahren zur Einschätzung der emotionalen Beziehung von Kindern zu deren primären Bezugspersonen. Es folgt einem standardisierten Interviewformat im Sinne eines Fragespiels. Sowohl die positive emotionale Tiefe der Beziehung wie auch der negative emotionale Beziehungsaspekt werden erfasst. Das SKEI ermöglicht Aussagen über die Qualität und Intensität der Beziehung eines Kindes zu seinen Eltern, z.B. im Rahmen von Begutachtungen strittiger Sorgerechtsverfahren. In erster Linie als Entscheidungshilfe in der Familienrechtspsychologie gedacht, kann es auch zur Auslotung der Beziehung eines Kindes zu seinen Eltern in familien- und erziehungsberatenden Einrichtungen verwendet werden. Das Verfahren wurde nach psychometrischen Standards konzipiert und orientiert sich am Parent Attachment Structured Interview (PASI) von Roll, Lockwood und Roll. Zuverlässigkeit: Die interne Konsistenz liegt je nach Dimension und Kennwert zwischen α = .69 und α = .82, die Retest-Reliabilität zwischen rtt = .62 und rtt = .78. Gültigkeit: Zur Überprüfung der Validität wurden Korrelationen zwischen Beziehungseinschätzungen von Eltern und Kindergartenpädagoginnen und dem SKEI berechnet. Die minderungskorrigierten Koeffizienten variieren je nach Elternteil und Dimension zwischen r = .37 und r = .50, für die Gesamtwerte zwischen r = .75 und r = .78. Normen: Es liegen Prozentränge für die Gesamtstichprobe (N = 308) sowie für nach Alter und Geschlecht getrennte Teilstichproben vor. Bearbeitungsdauer: 15–20 Minuten. In Anwendung seit 2013.

Sorge- und Umgangsrechtliche Testbatterie (SURT; W. Hommers, 2009)

Einsatzbereich: Kinder im Alter von 4-8 Jahren. Rechtspsychologen und Erziehungsberatungsstellen im Rahmen familienrechtspsychologischer Begutachtung. Das Verfahren: Die SURT dient der objektiven Erfassung emotionaler Beziehungen von Kindern zu ihren Eltern. Die Testdurchführung erfolgt individuell sowie spielbasiert und anhand graphischen Materials. Das Kind wird durch spielerische Aufgaben zur Mitarbeit angeregt und vom direkten Befragungsdruck entlastet. Die SURT besteht aus drei Untertests mit unterschiedlichen methodischen Ansätzen: Projektiver Familien-Szenen-Test (PFST), Semi-Projektive Entscheidungsfragen (SPEF), nicht projektive Eltern-Wahrnehmungsunterschiede (EWU). Erfasst werden Unterschiede in der emotionalen Beziehung von Kindern zu den Elternteilen, Präferenzen des Kindes hinsichtlich eines Elternteils in verschiedenen Situationen sowie Unterschiede in der Wahrnehmung der Kinder bezüglich der Kompetenzen der Elternteile. Damit stellt die SURT ein maßgeschneidertes multimodales Diagnostikum für die Familienrechtspsychologie dar. Sie behebt einen Mangelzustand in der familienrechtspsychologischen Begutachtung, indem sie ein objektives, reliables und valides Verfahren darstellt, das nach den Grundsätzen der klassischen und probabilistischen Testtheorie konstruiert wurde. Zuverlässigkeit: Als eine Besonderheit für die erforderliche familienrechtspsychologische Vergleichsdiagnostik werden direkt aus den Items bestimmte Reliabilitätsschätzungen für den Vergleich der Bewertungen von Mutter und Vater angegeben, die sowohl auf der Basis der klassischen Testtheorie als auch auf der Basis der Item-Response-Theorie bestimmt wurden. Diese fallen naturgemäß geringer aus als Reliabilitäten von Trait-Tests. Trotzdem liegen sie für den PFST bei r = .73, für den Untertest SPEF bei r = .64 und für den Untertest EWU bei r = .60 und teils höher, je nach Analysemodell. Gültigkeit: Zur Validität liegen Untersuchungen mit einer nicht klinischen und einer klinischen Gutachtenstichprobe vor. Normen: Es liegen Prozentrangnormen und kritische Werte für die Anzeichen von emotionaler Bevorzugung eines Elternteils in den drei Untertests vor. Bearbeitungsdauer: Die Bearbeitungsdauer beträgt durchschnittlich ca. 30 Minuten für alle drei Untertests.

Der Wiener Entwicklungstest (WET; Kastner-Koller & Deimann, 2. Auflage von 2002)

Der Wiener Entwicklungstest (WET) ist ein Verfahren, das die Diagnose des allgemeinen Entwicklungsstandes bei Kindern zwischen 3 und 6 Jahren erlaubt. Ausgehend von einer kontextualistischen Theorie der Entwicklung werden alle relevanten Funktionsbereiche wie Motorik, visuelle Wahrnehmung, Gedächtnis, kognitive, sprachliche und sozial-emotionale Fähigkeiten erfaßt. Die Konstruktion der Subtests erfolgte sowohl nach probabilistischen als auch nach klassischen Kriterien. Die Überprüfung der Motorik erfolgt mit Hilfe der Tests «Turnen» und «Lernbär», die Überprüfung der Visuellen Wahrnehmung/Visumotorik mit den Tests «Nachzeichnen» und «Bilderlotto». Der Funktionsbereich Lernen und Gedächtnis wird mit den Tests «Zahlen Merken» und «Schatzkästchen» erfaßt, der Funktionsbereich Kognitive Entwicklung mit den Tests «Muster Legen», «Bunte Formen», «Gegensätze» und «Quiz». Die Tests «Wörter Erklären» und «Puppenspiel» erfassen den Funktionsbereich Sprache, der Test «Fotoalbum» und der «Elternfragebogen» erfassen die Sozial-emotionale Entwicklung des Kindes.
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